Erfahrungsbericht | Schüleraustausch in Italien

Schüleraustausch in Bergamo: Lernen unter der Sonne Italiens

von Romy

Mein Schüleraustausch in Italien hat mir einen interessanten Einblick in die Kultur des Landes gegeben. Ein Jahr lang war ich an einer Schule in Bergamo.

In der 10. Klasse, also kurz vor Beginn der Abiturstufe, war für viele meiner Klassenkameraden ein Schüleraustausch ein interessantes Thema. Einige hatten sich bereits für ein Austauschprogramm in England oder Frankreich beworben. Ich dagegen wollte etwas Außergewöhnliches unternehmen. Da meine zweite Fremdsprache Italienisch war, reizte mich die Apenninen-Halbinsel natürlich sehr. Ich hatte meine Lehrerin darauf angesprochen, ob es möglich wäre, einen Schüleraustausch nach Italien zu organisieren. Sie nahm dann den Kontakt zu einigen befreundeten Schulen auf, bei denen ich mich anschließend direkt beworben habe.

Im Vergleich zu England und Frankreich ist das Verfahren bei meinem Austauschland Italien etwas unkomplizierter. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Italienisch in Deutschland eher selten gelehrt wird und somit die Nachfrage nach solchen Programmen gering ist. Ich musste also lediglich meinen Lebenslauf, einen Notenschnitt sowie ein Motivationsschreiben einreichen. Meine Lehrerin erledigte die Sprachempfehlung und gab mir eine positive Einschätzung meiner Kenntnisse.

Der Ablauf des Programms

Die Schule in Bergamo, an der ich letztlich sein sollte, war ausgesprochen hilfsbereit. Schließlich war es nicht das erste Mal, dass sie einen Gastschüler in ihrem Hause hatte. Man organisierte mir so beispielsweise eine Gastfamilie, deren Tochter ebenfalls in meiner Klasse war und Deutsch lernte. Insgesamt war die private Unterbringung eine tolle Idee. So war ich auch in meiner Freizeit darauf angewiesen, Italienisch zu sprechen. Die Tochter der Familie hatte im Austausch den Vorteil, dass ich ihr bei den Deutschhausaufgaben sowie bei der Aussprache helfen konnte. An den Wochenenden machten wir spannende Ausflüge. Zunächst wurde die Innenstadt von Bergamo entdeckt, anschließend führte man mich nach Florenz, Mailand, Venedig, Parma, Pisa, etc. Kurzum, ein Jahr Schüleraustausch gab mir ausreichend Zeit, um den wunderschönen Norden des Landes zu entdecken.

In der Schule nahm ich an den wichtigsten Fächern teil – nur den Deutschunterricht ließ ich meistens sausen. Ab und zu wurde ich gebeten, ein wenig beim Unterricht mitzuhelfen. Die Lehrerin hatte schließlich nicht jeden Tag die Gelegenheit, einen echten Muttersprachler vor Ort zu haben. Im Gegenzug gab es für mich spezielle Italienischkurse, in denen ich meine Kenntnisse deutlich verbessern und letztlich auch in den anderen Schulfächern anwenden konnte. Anfangs war ich eher schüchtern, was die Unterrichtsbeteiligung anbelangte. Mit wachsenden Kenntnissen traute ich mich jedoch auch, im Physik- oder Geschichtsunterricht etwas zu sagen. Beide Fächer haben mir sehr gut gefallen und ich konnte mich manchmal kaum zurückhalten, etwas zu den behandelten Themen beizutragen.

Leben in der Gastfamilie

Am Nachmittag war der Unterricht beendet und wir gingen zurück nach Hause. Gegessen wurde manchmal in der Schulkantine, an anderen Tagen aber auch in der Familie. Das hing ganz und gar vom Arbeitsalltag der Gasteltern ab. Sie haben meinen Schüleraustausch zu einem ganz besonderen und herzlichen Erlebnis gemacht: Spannend fand ich unsere vielen Unterhaltungen am Abend, die mir einen interessanten Einblick in die italienische Kultur gewährten. Feste wurden auch zusammen gefeiert. Regelmäßig luden sie Freunde ein, die sehr daran interessiert waren, mich kennenzulernen. Klar, keiner konnte Deutsch oder Englisch. Für mich war das aber umso besser. Inzwischen bin ich wieder zurück in Deutschland und glänze ich mit meinen ausgezeichneten Italienischkenntnissen. Da mir der Aufenthalt in Italien so gut gefallen hat, überlege ich derzeit, nach der Schule auch ein Studium in diesem wunderschönen Land zu beginnen.

 

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