Goodbye Deutschland, USA here I come!

Ende August 2017 habe ich mich auf den Weg in die USA gemacht, welche für die nächsten 10 Monate mein Zuhause sein sollte. Ein Auslandsjahr war genau das eine Abenteuer, was ich immer machen wollte und ganz oben auf meiner To-do-list stand. Also: Ab ging’s, herzlich willkommen in meinem Leben in den USA.

Abflug und Ankunft

Der Abschied war komisch, denn ich konnte nicht realisieren, dass es die letzte Umarmung für eine längere Zeit sein würde.

Dorothees Ankunft in ihrem Auslandsjahr in Minnesota (USA)

Dazu kam, dass es sich bei dem Flug um den ersten Transatlantikflug in meinem ganzen Leben handelte, weshalb meine Sorgen eher anderen Dingen galten als dem Abschied von meiner Mutter.

Der Flug war lang und ich müde, aber als ich in Minneapolis, Minnesota landete kam das Adrenalin zurück. Ich würde meine Gastfamilie sehen – in wenigen Minuten – hier und jetzt – verrückt. Ich schloss meine Gastmutter und meine kleine Gastschwester sofort in die Arme am Flughafen und begrüßte auch meinen Gastvater. Durch die Emotionen und das Adrenalin war mein Englisch vermutlich fürchterlich, aber wir verstanden uns. Da ich jedoch so müde vom Flug war, schlief ich mit meiner Gastschwester auf dem Rückweg auf dem Rücksitz des Autos ein. 

Mein etwas spezieller erster Tag in den USA

Nachdem ich wie ein Stein in meinem neuen Zuhause geschlafen hatte, ging es früh morgens zurück in die Cities, denn das State Fair fand gerade statt. Das Minnesota State Fair in ist das zweitgrößte State Fair in den ganzen USA (es ist riesig!) und wird auch als „The Great Minnesota Get-Together“ bezeichnet. Es war einmalig und ich stellte das erste Mal in meinem Leben Schafe in einem Show Ring vor. Des Weiteren stieß  ich das erste Mal auf typisch amerikanisches Essen soweit das Auge reicht, und wer mich kennt, weiß, dass ich dann nicht mehr zu bremsen bin – Yummy!

Meine Gastfamilie

Ich erlebte eine komplette Umstellung. Anders als in Deutschland hatte ich in den USA eine kleine Gastschwester (14) anstelle von zwei größeren Geschwistern (21,24). Außerdem lebte ich in DE nur mit meiner Mutter, in den USA hatte ich wiederum Gastmutter sowie Gastvater.

Überraschenderweise lebte sogar noch die Großmutter meiner Gastmutter, was für mich sehr cool war, da ich ohne Großeltern aufwachsen musste. Meine Gastschwester und ich verstanden uns von Anfang an super und ich war überglücklich endlich eine kleine Schwester zu haben. Während Weihnachten besuchte uns dann meine ältere Gastschwester (19), die an der Ostküste zum College geht. Ich fühlte mich super wohl in der Familie und genoss das Familienleben sehr.

Dorothee erlebte richtiges Farmleben bei ihrem Auslandsjahr in Minnesota

Neben den Zweibeinern gab es auch noch Vierbeiner, die unsere Familie bereicherten. Meine Gastfamilie lebte etwas außerhalb auf einer Farm. Wir besaßen eine Herde an Schafen, 3 Kühe (von denen eine während meines Aufenthaltes jedoch geschlachtet wurde), einen Haufen Hühner, 4 Katzen und einen Hund. Jeden Abend gab es dann „chores“ (Hausarbeiten) zu erledigen, wo ich dann auch die Tiere versorgen musste. Da ich aber ein Pferd in DE besaß, war es nicht so eine starke Umstellung für mich.

Schule, Sport & Aktivitäten

Schule in den USA ist nicht vergleichbar mit der Schule in DE. Ich möchte nicht sagen, dass es einfacher ist oder weniger streng, aber nachdem ich die Sprachbarriere überwunden hatte, lebte ich mein Leben zu meinem besten. Ich musste nicht wirklich für Tests lernen und die Fächer fielen mir leicht.

Besonders Mathe wurde schnell zu meinem Lieblingsfach, dank meines Lehrers, welcher mich scherzhafterweise „The Pride of Germany“ nannte. Durch die wenigen Hausaufgaben, hatte ich mehr Zeit Freunde zu machen und intensiver Sport zu betreiben.

Im Sommer spielte ich Tennis, und lernte somit meine beste Freundin kennen. Während des Herbsts testete ich mein schauspielerisches Talent aus und wurde Teil des Theaterstücks „A Midsummernight’s dream“. Ich lernte mehr und mehr Leute kennen.

Im Winter trat ich dem Cross Country Ski Team bei, was die beste Entscheidung war – denn: wenn man schon -30° C hat, sollte man den Schnee vollausnutzen. Bevor Skiing anfing, fuhr ich mit ein paar Skiern auf einen Skitrip nach Ironwood, Michigan, wo ich das erste Mal seit Jahren wieder auf Cross Country Skiern stand. Die Wetterbedingungen waren nicht die besten, denn das bisschen Schnee, den wir hatten, war vereist und rutschig. Trotz allem war es sehr viel Spaß und ich war froh, mitgefahren zu sein.

Dezember war ein stressiger Monat für mich. Skiing startete, jedoch hatte ich, als PPP-Stipendiaten, meinen Trip nach Washington D.C., welcher wunderbar war. Ich traf meinen Repräsentanten, welcher mich kurzer Hand mit ins House of Representatives mitnahm und mich anderen Politikern vorstellte.

Wenig später, zurück in Minnesota, ging’s dann gleich weiter nach Florida –diesmal mit meiner Gastschwester und meinem Gastvater, um meine amerikanische Grandma zu besuchen (die Mutter meines Gastvaters). Ich schwamm im Dezember im Meer – mit Delfinen – einfach unbeschreiblich. Ich sah Alligatoren, ich aß das beste Eis in meinem Leben und verwandelte mich schon am zweiten Tag in einen Krebs, dank des starken Sonnenbrands.

Zurück in Minnesota kam der erste Ski-Wettkampf auf mich zu. Ohne irgendwelche Skierfahrung zuvor (da ich ja in Florida war) nahm ich dann an dem Wettkampf teil und belegte sogar Platz 8.

Im Frühling gab es dann ein Musical, in dem ich als eine der Haupttänzerin mittanzte und sang. Das Musical war Catch Me If You Can, eine tolle Show. Außerdem begann Track & Field Season, somit war ich ganz schön eingespannt.

Auch Skifahren gehörte zu Dorothees Auslandsjahr in Minnesota

An dem Wochenende vor Opening Night für das Musical ging ich mit meiner Gastfamilie Skifahren – diesmal: Abfahrtski. Meine Gastschwester und ich hatten so viel Spaß, bis ich ein paar zu höhe Sprünge machte und auf meiner letzten Abfahrt stürzte. Nach einer langen Nacht im Krankenhaus stellte sich heraus, dass ich mir meinen Fuß böse verstaucht hatte, weshalb ein Paar Krücken in den nächsten zwei Wochen meine besten Freunde waren. Leider konnte ich bei der Aufführung nicht auftreten und auch meine Tracksaison war vorzeitig beendet. Ich mutierte zu einem Baseball-Groupie/Manager, um mir die Zeit zu vertreiben. 

Die letzten Tage

Ich werde das alles in ein paar Wochen verlassen. Das war der Gedanke, der in meinem Kopf herumkreiste in den letzten Tagen. Ich kann nicht beschreiben, was man fühlt oder auch wie viel man fühlt, aber ich kann euch sagen, es wird nicht einfach sein. Ich finde es jedoch wichtig, das mit euch zu teilen, da es nun mal so ist. Ihr seid zuhause in zwei Ländern,  in zwei Familien, euer Herz ist gespaltet.

Genießt also jeden Augenblick, den ihr habt. Ob mit euer Familie, euren Freunden, mit eurem Freund oder eurer Freundin: Lebt jeden Augenblick, als wäre es euer letzter, weil trauriger Weise wird es euer letzter für eine Weile sein. Ja, ich vermisse die USA und will auf alle Fälle wieder zurück.

Auslandsjahr, und was jetzt?

Dorothee genoss jeden Augenblick ihres Auslandsjahrs in Minnesota

Das Auslandsjahr war das beste Jahr in meinem Leben. Die Schwierigkeit, die ich momentan habe, ist, dass ich zwei Leben führe, die sich nicht so leicht vereinbaren lassen.

Ich habe mein Herz in den USA verloren und Freunde für das Leben gefunden. Das schönste Gefühl ist, zu wissen, dass es auf der anderen Seite der Welt Menschen gibt, die dich lieben, vermissen und dich jederzeit wieder willkommen heißen werden. Ich bin unfassbar glücklich, die Chance gehabt zu haben, ein Auslandsjahr zu machen.

Also, wenn du gerade überlegst, soll ich oder eher doch nicht?  Mach es! Brich aus deinem Leben aus (wenn auch nur für ein Jahr) und habe die beste Zeit deines Lebens. High School ist einmalig, also beginne dein Abenteuer jetzt!

Dank des Auslandsjahrs habe ich mir nun andere Prioritäten im Leben gesetzt, andere Pläne für mich in der Zukunft und mich selber gefunden. Schreibt mich gerne an, falls ihr Fragen habt. – Eure Dorothee.


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