Kurze Einleitung

Alles fing damit an, dass mein Lehrer in der Klasse fragte, wer Lust auf ein Auslandspraktikum hat. Da mich so etwas schon während der Schulzeit interessiert hat, war ich natürlich sofort mit dabei und wurde dann für weitere Informationen an die HWK Lübeck weitergeleitet. Nach einer Menge informativer Gespräche und Beratungen zu den wichtigsten Fragen war es dann endlich soweit. Ich wurde für ein Gruppenpraktikum in Estland angenommen und bekam von der Schule und dem Betrieb die Zusagen zur Freistellung für drei Wochen. Meine Hauptgründe für dieses Praktikum waren, sich kulturell und beruflich weiterzubilden und meine Fremdsprachenkenntnisse zu verbessern. Mein Praktikum absolvierte ich im Zeitraum vom 23.09.2019 bis zum 12.10.2019 in Rakvere.

Die Arbeit

Unsere Gruppe bestand aus neun Azubis mit unterschiedlichen Berufen. Vier Kfz- Mechatroniker, zwei Zimmerer, zwei Tischler und ein Maler. Wir verstanden uns von Anfang an sehr gut, und so blieb es auch bis zum Schluss. Die Anreise begann an einem frühen Sonntagmorgen und verlief reibungslos. Die Bahnfahrt und der Flug waren sehr entspannt, und man freute sich schon auf den ersten Arbeitstag.

Am nächsten Morgen teilten sich dann unsere Wege. Die eine Hälfte begann zu arbeiten, die andere bekam eine kurze Stadtrundführung mit anschließender Vorstellung bei den Betrieben. Der Tag darauf war dann der erste richtige Arbeitstag für mich. Ich war einem Zweimannbetrieb unterteilt, der sehr dicht an unserer Unterkunft lag. Es gab eine kurze Einweisung in der kleinen Werkstatt, die nur aus einem Hauptraum mit Hebebühnen, einem Abstellraum und dem Büro bestand. Danach gab es auch schon den ersten Auftrag, und ich fing an zu arbeiten.

Die Arbeit gestaltete sich sehr abwechslungsreich über den gesamten Zeitraum hin. Hervorzuheben war, dass es kaum Spezialwerkzeuge und keine Reparaturleitfäden für die verschiedenen Fahrzeuge gab. Es wurde sehr viel aufgearbeitet und instandgesetzt, was ich aus meinem Betrieb in Deutschland nicht gewohnt war. Ich arbeitete die meiste Zeit selbstständig und musste mir Problemlösungen eigenständig erarbeiten. Eine positive Überraschung war, dass der Betrieb mir jeden Tag eine warme Mahlzeit stellte. Äußerst angenehm waren die flexiblen Arbeits- und Pausenzeiten. Ich begann morgens um 10 Uhr und beendete den Tag zwischen 15 und 17 Uhr, Pausen konnte ich einlegen, wann immer es mir passte. Die Verständigung untereinander klappte weitestgehend gut. Im Normalfall wurde Englisch gesprochen, manchmal auch ein wenig Russisch. Alles in allem gab es auf der Arbeit kaum Probleme, und das Arbeitsklima war sehr freundlich. Ein kleiner Kritikpunkt, mit dem ich mich jedoch arrangieren musste, war das Chaos in der Werkstatt. Nichts hatte seinen festen Platz, alles lag irgendwo verstreut in der Halle herum. Daran musste ich mich erst einmal gewöhnen, bis ich ordentlich arbeiten konnte.

Die Haupthalle mit den 3 Hebebuehnen
Die Haupthalle mit den 3 Hebebühnen. Hinten rechts: die Tür zum Abstellraum.
Das kleine Buero, welches gleichzeitig der Pausenraum ist.
Das kleine Büro, welches gleichzeitig der Pausenraum ist.
Der Abstellraum mit Werkzeug und Werkbank ausserhalb des Bildes.
Der Abstellraum mit Werkzeug und Werkbank außerhalb des Bildes.

Unterkunft

Während des Auslandspraktikums wurden wir in einem kleinen Haus mit drei separaten Wohnungen einquartiert. In meiner Wohnung waren noch die anderen Kfz-Mechatroniker und ein Zimmerer untergebracht. Es war im Allgemeinen sehr sauber, und die Ausstattung war in Ordnung. Die Wohnung bot insgesamt alles, was man für die drei Wochen brauchte.

Die Ansicht der Unterkunft von aussen.
Die Wohnung von innen.

Freizeitgestaltung

In der Woche habe ich nach dem Feierabend normalerweise Einkäufe getätigt oder die Stadt ein wenig erkundet. Da Rakvere eine relativ kleine Stadt ist, war das mit dem Erkunden sehr schnell erledigt. Es wurde fast jeden Tag abends gekocht und gemeinsam gegessen. Ansonsten hatte man sich die Zeit je nach Möglichkeit anderweitig vertrieben. An den Wochenenden konnte man dann weiter raus und hat somit etwas mehr vom Land gesehen. Ich war am ersten Wochenende in Tartu und am zweiten in Tallinn mit Übernachtung. Beide Städte waren sehr ansehnlich, und die Besuche haben sich gelohnt. Vor allen Dingen Tallinn ist eine sehr hübsche Stadt mit der historischen Altstadt im Zentrum und vielen tollen Museen. Busse mit Internet an Bord fahren einen überallhin, und die Ticketpreise sind auch sehr moderat. Generell muss man sagen, dass Estland ein sehr digitalisiertes Land mit gutem Netz und freiem Internet in so gut wie jeder Stadt ist.

Das Nationalmuseum von Estland in Tartu.
Hier zu sehen ist das Nationalmuseum von Estland in Tartu.

Resümee

Die drei Wochen meines Auslandspraktikums in Estland waren eine aufregende sowohl kulturelle, als auch berufliche Erfahrung für mich. In dem Gastbetrieb habe ich eine Menge neuer Arbeitstechniken gelernt, von denen ich bis dato nichts wusste. Die Unterkunft in Rakvere war in Ordnung, richtig Glück hatte ich mit unserer Gruppe. Es haben sich alle gut verstanden, und wir sind eine angenehme Gemeinschaft geworden. Die meisten dieser Erkenntnisse kann ich sehr gut für die Zukunft verwenden, die mich womöglich erneut ins Ausland führen wird.


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