Erfahrungsbericht | Auslandspraktikum in Peru

Mein Auslandspraktikum in einem Kindergarten in Peru

Ein Erfahrungsbericht von Carolina

Schon lange wollte ich nach Peru reisen. Im Rahmen eines Auslandspraktikums erfüllte ich mir diesen Wunsch: in einem Kindergarten im sonnigen Arequipa! Da im Rahmen meines Bachelorstudiums ein Praktikum verpflichtend war, beschloss ich, lieber ein Auslandspraktikum im sozialen Bereich zu absolvieren als bei irgendeinem Großkonzern Kaffeekochen zu lernen. Schnell war für mich klar, dass das Ziel nur mein langjähriges Traumland Peru sein konnte. Ein Praktikumsaufenthalt während der Semesterferien erschien mir die ideale Gelegenheit, erstmals peruanische Luft zu schnuppern. Nur wohin genau ich reisen wollte, in diesem riesigen Andenstaat, in den Deutschland mehrfach hineinpassen würde, das wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Organisation des Auslandspraktikums

Meine Internetrecherche führte mich schließlich zu einem Reiseveranstalter, der neben dem regulären Reisebetrieb auch soziale Projekte in ganz Südamerika unterstützt. Die Website ließ Kompetenz und Einfühlungsvermögen gegenüber der einheimischen Bevölkerung erkennen. Zudem gefiel mir, dass die Agentur aus den Freiwilligendiensten keinen Gewinn schlägt, also auch keine Vermittlungsgebühren kassiert. Und nicht zuletzt gab den Ausschlag, dass ich mich auf den ersten Blick in die peruanische Stadt Arequipa verliebt hatte!

Die Bewerbung mit Lebenslauf und Motivationsschreiben verlief unkompliziert, und in kürzester Zeit hatte ich meine Zusage sowie die Kontaktdaten meiner zukünftigen Gastfamilie, mit der ich mich vorab austauschen konnte. Ende Juli 2006 reiste ich dann zum ersten Mal nach Arequipa. Zwar hatte ich mich um ein Sozialpraktikum in einer Schule beworben, vor Ort ergab sich dann aber, dass ich in einem Kindergarten mithelfen konnte. Ansprechpartner in Arequipa war eine peruanische Organisation, mit der die Agentur in Deutschland zusammenarbeitete.

Der Einsatz im Kindergarten: fordernd aber lehrreich

Im Kindergarten stand ich den beiden fest angestellten Erzieherinnen hilfreich zur Seite. Bei einer Rasselbande von zwei Dutzend Kindern zwischen ein und fünf Jahren war das auch dringend notwendig! Ich half, die Kleinen beim Spielen, beim Essen und bei den gemeinsamen Aktivitäten zu betreuen, schlichtete Rangeleien, verteilte Spielzeug und Buntstifte und lernte nebenbei peruanische Kinderlieder und -spiele. Dabei war auch meine Selbständigkeit und Eigenverantwortung gefragt, denn im täglichen Trubel mussten sich meine Kolleginnen einfach auf mich verlassen können.

Obwohl ich, wenn ich um 14 Uhr den Kindergarten verließ, meistens sehr erschöpft war, blieb mir am Nachmittag Zeit, die wunderschöne Kolonialstadt Arequipa zu erkunden und am Wochenende Ausflüge in die Umgebung zu unternehmen. Weiter entfernte Ziele wie Cuzco und den Titicaca-See hob ich mir für die Zeit nach dem Praktikumsende auf. Insgesamt fühlte ich mich in Arequipa mit seinem sonnigen Klima, freundlichen Menschen und einer wirklich exzellenten Küche sehr wohl.

Es war anstrengend, aber auch bereichernd und lehrreich, mit den Kindern zu arbeiten. Dabei wurde ich auch mit kulturellen Werten und Verhältnissen konfrontiert, mit denen ich erst einmal umgehen lernen musste. Ein Fakt war die offensichtliche Armut vieler Familien. Drei unserer Kinder waren klar unterernährt. Ich kaufte Joghurt und Obst für sie, aber es war klar, dass ich hier an eine Grenze meiner Möglichkeiten stieß, ein Freiwilliger allein kann diese Verhältnisse nicht ändern. Ebenfalls schmerzte mich, dass den Älteren Kinder nicht wenig Konzentration beim Lernen abverlangt wurde, aber kaum die personellen Kapazitäten bestanden, individuell auf einzelne Kinder einzugehen. Mir fiel auf, dass einige Kinder zwar klug und aufgeweckt waren, aber mehr Ruhe und persönliche Unterstützung benötigt hätten, um ihre Fähigkeiten voll zu entfalten.

Und ich bin wieder gekommen!

Am Ende der zwei Monate Praktikumszeit hatte ich meine Rabauken ins Herz geschlossen und heulte wie ein Schlosshund, als ich mich verabschieden musste. Aber es gab eine Perspektive: Während meines Praktikums hatte ich Kontakte zu einer Universität Arequipas hergestellt und konnte im nächsten Jahr für ein Auslandssemester zurückkehren. Zahlreiche weitere Besuche sind seither gefolgt, und ich habe den Kindergarten noch oft besucht, auch wenn meine Kleinen von damals mittlerweile fast alle nicht mehr da sind. Doch die Erinnerung bleibt an eine Zeit, die ich um nichts in der Welt missen möchte.

 

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