Erfahrungsbericht Volunteering & Travel in Tansania

Abenteuer Volunteering in Tansania - ein Erlebnisbericht

von Paul

Im Rahmen einer Charity Challenge habe ich Spenden gesammelt und mich auf die größte Herausforderung meines Lebens, der Besteigung des Kilimanjaro, vorbereitet.

Es ist unglaublich kalt. Mein Trinkwasser ist gefroren. Das Atmen fällt mir schwer. Die Frage, was ich eigentlich hier oben verloren habe, drängt sich mir immer wieder auf, während ich durch die Dunkelheit bergauf gehe. Vor und hinter mir eine endlose Kette von Lichtern. Ich bin nicht der einzige, der sich zum Ziel gesetzt hat, heute den Gipfel des Kilimanjaro zu erreichen.

Der Weg nach Tansania - Organisation und Planung

Während meines Auslandsjahres in England habe ich mich für eine sogenannte Charity Challenge angemeldet. Gemeinsam mit anderen steckt man sich ein bestimmtes Ziel, in meinem Fall die Besteigung des Kilimanjaro, und setzt es zusammen mit einer Hilfsorganisation um. Von der Organisation bekommt man dann einen Gruppenleiter zugeteilt, der einen mit Informationen sowohl zum Land und zur Challenge als auch zur Freiwilligenarbeit versorgt. In Gruppen zieht man dann los, um Spenden zu sammeln. Von Kuchenverkauf bis zur Kontaktaufnahme mit möglichen Sponsoren ist alles möglich. Neben diversen Benefizveranstaltungen gab es über das Jahr verteilt auch ausreichend Gelegenheiten, die anderen Teilnehmer kennenzulernen und sich auf die bevorstehende Herausforderung vorzubereiten.

Nach einer erfolgreichen Spendenphase hatten wir rund 100.000 Euro für die Kinderhilfsorganisation Childreach International gesammelt. Childreach arbeitet viel mit Universitäten zusammen, wodurch Studenten die einmalige Möglichkeit bekommen, wohltätige Arbeit und aufregende Abenteuer mit dem Studium unter einen Hut bringen zu können.

Das Abenteuer beginnt - Tansania wir kommen

Ein Dreivierteljahr später, wir sind langsam alle etwas aufgeregt, gilt es nur noch letzte Reisevorbereitungen zu treffen. Letzte Impfungen und Medikamente müssen organisiert werden. Ostafrika gehört leider zu den Gebieten mit dem höchsten Malariarisiko weltweit. Außerdem empfiehlt es sich, sterile Spritzen und Verbände im Gepäck zu haben. Nach dem Flug nach Nairobi und acht langen, staubigen Stunden im Bus waren wir endlich in Moshi, am Fuße des Kilimanjaro.

Volunteering in Tansania - die Hilfsprojekte

Die ersten Tage standen ganz im Zeichen der Hilfsprojekte. Wir bekamen die Chance, Schulen und Gemeinden zu besuchen, die durch unsere Freiwilligenarbeit unterstützt wurden. Nach einem Einblick in die lokale Landwirtschaft ging es zum Fußballspielen mit den Kindern im Hof der Schule. Ein Riesenspaß.

Der Aufstieg beginnt

Am Vorabend des Aufbruchs dann das letzte Briefing mit unserem Head Guide. Sicherheit stand an erster Stelle. Die sechstägige Besteigung wurde bis ins kleinste Detail durchgesprochen. Immer wieder Hinweise, wie mit der Höhenkrankheit umzugehen ist, falls es denn so weit kommen sollte. Viel trinken und langsam gehen, egal wie fit man sich fühlt, hilft. Wer Symptome zeigt, muss absteigen, auch gegen seinen Willen. Ein Symptom der Höhenkrankheit sind Halluzinationen, weswegen betroffene Personen oft keine vernünftigen Entscheidungen mehr treffen können.

Gegen Mittag geht es endlich los. Wir laufen zuerst durch dichten, feuchten Urwald, bevor der Pfad weiter oben extrem staubig und die Vegetation dünner wird. Auf Höhe des ersten Camps wird es bereits deutlich kühler, besonders nach Sonnenuntergang. Die nächsten Tage sind wir täglich zwischen sechs und acht Stunden auf den Beinen, aber das Tempo ist sehr moderat und die Höhe macht mir noch nicht sehr zu schaffen.

Das letzte Camp liegt auf 4600 Meter, schlafen ist schwierig, mein Herz schlägt selbst im Liegen wahnsinnig schnell. Damit wir pünktlich zu Sonnenaufgang auf dem Gipfel stehen, geht es um Mitternacht los. Das Laufen im steilen Schotter kostet Kraft. Nach acht Stunden Kampf gegen die Erschöpfung haben fast alle Teilnehmer den Gipfel erreicht. Wir stehen am höchsten Punkt Afrikas. Das Gefühl ist erhebend, das Vergnügen kurz.

Wir haben noch einige Tausend Höhenmeter Abstieg vor uns. Die nächsten Wochen nutzen wir für weitere Abenteuer in Tansania, bevor der Rückflug nach Deutschland für mich gleichzeitig das Ende einer großartigen Reise und meines Auslandsjahres bedeutet. Definitiv das beste Jahr meines Lebens. Zur Nachahmung empfohlen.

 

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