Tansania: Freiwilligenarbeit im "Art Center" auf Sansibar

Freiwilligenarbeit bei World Unite auf Sansibar - Februar 2013

Ein Erfahrungsbericht von Elke

Tansania: Freiwilligenarbeit auf SansibarDurch einen Bericht in einer Frauenzeitschrift bin ich ganz zufällig auf World Unite gestoßen und habe mich gefreut, endlich eine Volunteer Organisation gefunden zu haben, die auch Projekte im Kreativen- bzw. Textilbereich anbietet. Ich arbeite seit mehreren Jahren als Designerin in der Textilindustrie und wollte gerne etwas in meinem Bereich machen, aber leider sind die meisten Projekte auf den medizinischen, sozialpädagogischen oder ökologischen Bereich bezogen.

Ich habe mich dann entschieden für vier Wochen auf Sansibar, im Art Center in Stone Town in Zusammenarbeit mit Sustainable East Africa mitzuarbeiten. Ganz klar waren mir meine Aufgaben nicht, aber ich war darauf vorbereitet flexibel zu sein.

Um den Flug muss man sich selbst kümmern, aber alles andere war organisiert. Ich fand es sehr angenehm, am Flughafen abgeholt zu werden und einen Überblick inklusive Rundgang in Stone Town zu bekommen. Untergebracht ist man in Wohngemeinschaften mit anderen Freiwilligen (oder Volunteers). Wer europäischen Wohnkomfort erwartet, wird enttäuscht sein, aber wer schon ein wenig gereist ist, oder Backpackererfahrung hat, wird sich schnell zurechtfinden. Stromausfälle, kein warmes Wasser, Kakerlaken etc. gehören dazu – damit muss man in manchen Ländern leben.

Da ich etwas außerhalb von Stone Town untergebracht war, bestand mein täglicher Arbeitsweg in einer Fahrt mit dem Daladala (sehr eng) und einem Fußmarsch durch die verwinkelten Gassen der Altstadt (nach ein paar Tagen habe ich mich auch nicht mehr verlaufen).

Am ersten Tag wurde ich von einem Mitarbeiter von World Unite begleitet und bei meinem neuen „Arbeitsplatz" vorgestellt. Meine Volunteerzeit hat sich ein wenig mit meiner Vorgängerin überschnitten, dadurch hatte ich das Glück, direkt von ihren Erfahrungen zu profitieren. Ansonsten ist es auch hilfreich, wenn man evtl. noch von zu Hause aus mit dem vorigen Volunteer Kontakt aufnehmen und sich ein paar Infos besorgen kann.

Ich bekam eine professionelle Übergabe der erledigten und noch ausstehenden Projekte zusammen mit der Leiterin von Sustainable East Africa und dem Leiter des Art Centers.

In der ersten Woche habe ich mir einen Überblick verschafft und bei der Herstellung von Produkten geholfen. Beim jährlich stattfindenden Musikfestival Sauti za Busara hatten wir einen Stand um die Projekte vorzustellen und die Produkte zu verkaufen. Dafür musste im Vorfeld noch einiges gemacht werden und ich war voll beschäftigt. Aber das war ein toller Einstieg und das Musikfestival ein schönes Event.

Ab der zweiten Woche habe ich mich auf die Weiterentwicklung der bestehenden Produkte und Neuentwicklungen konzentriert: Da die meisten Kunden Touristen aus Europa und Amerika sind, wurde manches etwas mehr an den westlichen Geschmack und aktuelle Trends angepasst.

Dazwischen habe ich den Shop umdekoriert und versucht die Präsentation zu verbessern. Der Leiter des Art Centers ist sehr aufgeschlossen und war immer offen und dankbar für meine Ideen und Vorschläge, so hat mir die Arbeit großen Spaß gemacht.

Ganz besonders gefallen haben mir die Workshops mit den verschiedenen Gruppen: Wir haben Teenagern gezeigt, wie sie aus recycelten Materialien Schmuck etc. herstellen können, Frauen haben gelernt aus alten Postern Perlen/Ketten zu basteln, es wurden Seifen gemacht, Ökokosmetik und vieles mehr. Der Großteil der Kommunikation fand natürlich in Suaheli statt, aber trotzdem konnte ich vieles zeigen und mithelfen.

Nebenbei habe ich noch eine kleine Textilkollektion entworfen, deren Umsetzung habe ich leider nicht mehr gesehen, da die Zeit schon um war.

Noch ein paar Sätze zur „Freizeit": Durch die Unterbringung in den Wohngemeinschaften hat man Kontakt zu den anderen Volunteers. Falls man Pech hat und bei nicht so aufgeschlossenen Mitbewohnern landet, muss man sich etwas mehr um sozialen Anschluss kümmern, aber World Unite bietet z.T. auch Unternehmungen und Ausflüge an, außerdem gibt es immer wieder Gelegenheiten sich auch die Projekte der anderen Bereiche anzuschauen oder da evtl. auch mal mitzuhelfen. Und am Wochenende hat man dann ein wenig Zeit, sich die schönen Strände von Sansibar anzuschauen.

Es gibt viele Volunteers die gerade ihr Abi gemacht haben oder im Studium sind, „ältere" Berufstätige gibt es leider nur wenige – wobei World Unite auch gerne mehr Teilnehmer mit Berufserfahrung hätte.

Ich hatte eine tolle Zeit, die mir sehr viel gegeben hat, dabei wollte ich vor allem was weitergeben, aber ich finde, gerade diese Gegenseitigkeit war das Schöne daran.

 

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