Volunteering auf einer Farm in Indien | Erfahrungsbericht

Abenteuer im Himalaya: Freiwillige Farmarbeit
im Norden von Indien

von Axel

Sechs Monate habe ich abseits der Zivilisation auf einer Farm in den Bergen des Himalaya gearbeitet. Der Aufenthalt in Indien gab mir viel Zeit zum Nachdenken.

Erst kürzlich von meinem Freiwilligenaufenthalt auf einer Farm im Norden von Indien zurückgekehrt, möchte ich hier ein paar Worte zu meinen Erlebnissen notieren. Die grundsätzliche Idee, für eine Weile ins Ausland zu gehen, kam mir vor ungefähr zwei Jahren, als der Schulabschluss in greifbarer Nähe stand. Die Organisation des Ganzen nimmt allerdings durchaus etwas Zeit in Anspruch. Nicht nur, dass man einen passenden Arbeitgeber finden muss, der einen während des Aufenthalts mit Kost und Logis versorgt – man sollte sich auch erst einmal eine Vorstellung davon machen, was man eigentlich will.

Durch Zufall zur Farmarbeit

Dass ich bei der Farmarbeit gelandet bin, war eher Zufall. Beim Durchstöbern diverser Websites fand ich Indien als Reiseland spannend und vor allem eine tolle Alternative zu vielen anderen Auslandsangeboten. Als überzeugter Öko-Fan und Vegetarier fand ich zudem die Idee, auf einer abgelegenen, wildromantischen Farm in den Bergen des Himalaya zu arbeiten, interessant und habe daher nach entsprechenden Anlaufpunkten gesucht.

Und das mit Erfolg: Die Farm, die ich für meine Freiwilligenarbeit in Indien auserkoren hatte, lag in der Region Uttarakhand mitten im Himalaya. Ich kann kaum erzählen, wie traumhaft die Landschaften dort sind! Jeden Morgen beim Beginn der Arbeit blickt man auf die saftigen grünen Täler hinunter oder wagt einen Blick zu den schroff emporragenden Bergen. Die frische Luft ist ungewohnt für Großstädter und eine willkommene Abwechslung für die Lungen. Die Temperaturen waren hier auch tagsüber eher moderat, was sicherlich an der Höhe lag: Durchschnittlich herrschen hier ca. 25 °C im Winter und Frühjahr, also zu der Zeit, als ich auf der Farm gearbeitet habe. Dabei kommt man zwar manchmal ins Schwitzen, aber im Allgemeinen war es doch sehr entspannt. Man gönnt sich mit zunehmender Hitze eben einfach ein Päuschen mehr und kommt mit den Einheimischen ins Gespräch.

„From Arms to Farms“

Die Menschen sind wirklich freundlich. Der Besitzer dieser ökologischen Farm war früher beim Militär und wandte sich nach seiner Pensionierung der Landwirtschaft zu: „From Arms to Farms“, also vom Waffenhandwerk zur Landarbeit, war sein oft wiederholtes Motto. Er bewirtschaftete eine 200 Jahre alte Farm bei Nainital im Bundesstaat Uttarakhand, die von der Hauptstraße nur über einen kleinen Wanderpfad zu erreichen ist. Zu Fuß benötigt man 50 Minuten – genau das, was ich gesucht habe: Farmarbeit fernab jeder sonstigen Zivilisation und viel Zeit zum Nachdenken. Was die Arbeit betrifft – das kann alles Mögliche sein: Manchmal kümmerte ich mich um die Felder und säte Getreide oder Gemüse aus, ein anderes Mal half ich am Computer mit. Außerdem musste ich mich um die Tiere kümmern, für die anderen Freiwilligen kochen oder Ausbesserungsarbeiten am Gebäude tätigen.

Als Volunteer neues Wissen mit nach Hause nehmen!

Als Ausgleich für den Aufwand lernt man aber auch etwas: Ich habe z. B. interessante Erfahrungen im Tischlern gemacht. Nicht zuletzt das spirituelle Element ist ein Plus: Tausende Kilometer von der Heimat entfernt, erfuhr ich Neues über die Hindu-Kultur und die ayurvedische Medizin - der Betreiber der Farm wusste hierzu einiges zu erzählen. Insgesamt bin ich sechs Monate geblieben, was hauptsächlich bürokratische Gründe hatte. So kann man nämlich mit dem einfachen Touristenvisum nach Indien gelangen, das ca. 60 Euro kostet und für sechs Monate gilt. Offiziell darf man dann nach der Ausreise nur wieder einreisen, wenn man dem Land zwischenzeitlich für zwei Monate fern bleibt. Viele meiner Bekannten haben aber einen Trip nach Nepal gewagt und konnten ohne Probleme auch nach einer Woche wieder nach Indien zurückkehren. Für mich endete das Abenteuer Indien im Mai. Nach einem kurzen Zwischenstopp am Naini-See in Nainital ging es mit dem Bus ins etwa fünf Autostunden entfernte Neu-Delhi – und dann mit dem Flieger ab in die Heimat.

 

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