Erfahrungsbericht aus Neuseeland: Work & Travel

Anna & Nils als Work and Traveler in Neuseeland

Auf nach Mittelerde!

Noch während meiner Studienzeit fasste ich mit meinem Freund Nils den Entschluss, ein Jahr lang in Neuseeland Work and Travel zu machen. Das Land ging mir nicht mehr aus dem Kopf, seit ich als Teenager die Herr-der-Ringe-Reihe von Peter Jackson gesehen hatte. Ich war vollkommen von den Landschaften und der Magie der Filme begeistert. Welch ein Glück, dass zeitgleich mit unserer Neuseelandreise sogar der kleine Hobbit gedreht werden sollte! Nils und ich hofften auf eine Statistenrolle.

Work and Travel vorbereiten

Aber bevor wir uns viele Gedanken um eine Rolle im kleinen Hobbit machen konnten, mussten wir einiges für unsere Neuseelandreise vorbereiten. Es stand von vorn herein für uns fest: Wir wollen kein Geld für eine Work-and-Travel-Organisation ausgeben. Freunde hatten uns schwer enttäuscht von Organisationen berichtet, die ihnen für 500 Euro lediglich die erste Nacht im Hostel gebucht und bei der Beantragung der Steuernummer geholfen hatten. Das würden wir ja wohl noch selbst schaffen!

Die Idee eines Blogs mit Info Center

Nils und ich wollten auf jeden Fall einen Blog über unser Neuseelandabenteuer schreiben und unsere Erfahrungen mit anderen teilen. Es sollte ein neuartiger Blog werden, in Episoden geschrieben, zum Mitmachen, kreativ und mit einem vielfältigen Info Center, in dem wir Tipps zur Vorbereitung, zu Organisatorischem unterwegs und Erfahrungen anderer Neuseelandreisender bereitstellen würden. Nils begann schon in Deutschland mit dem Design eines Wordpress-Blogs und ich überlegte mir interessante Themen für das Info Center, während  ich die Reisevorbereitung in die Hand nahm.

Windy Welly

Unsere Neuseelandreise begann mit einem fiesen Jetlag Mitte Dezember 2011 in Wellington. Warum in Wellington und nicht in Auckland? Silvester wollten wir auf einem Festival in der Nähe von Wellington feiern, daher stiegen wir in Auckland direkt in den nächsten Flieger zur Hauptstadt Neuseelands.Dort angekommen, wurden wir geradezu vom Wind durch die Straßen geschubst und bekamen zu spüren, warum die Neuseeländer Wellington auch Windy Welly nennen. Wir wurden außerdem gleich so richtig verwöhnt, denn Wellington ist auch bekannt als die schönste Stadt Neuseelands. Direkt an einer Meeresbucht gelegen, mit Auenland-artigen Hügeln im Hintergrund, vielen tollen Cafés, dem Te Papa Museum und äußerst netten Menschen.In Wellington feierten wir Weihnachten am 25. Dezember bei 30°C mit einer neuseeländischen Familie, die Backpacker über einen Aushang im Hostel zu sich eingeladen hatte. Es wurde eine echte Kiwi-Weihnacht mit Knallbonbons, Papierkronen, Lammbraten und Weihnachtskuchen.

Autokauf: Glück im Unglück

Nach unserer Ankunft in Wellington wollten wir aber so bald wie möglich das Abenteuer beginnen und den Rest Neuseelands erkunden. Wir kauften also recht schnell einen Campervan. Anfangs noch von einem Glückstreffer überzeugt, wurden wir schwer enttäuscht. Als der TÜV anstand, mussten große Rostreparaturen unternommen werden, die sehr teuer wurden. Und später starb unser Van einen langsamen Tod an Wasserverlust. Jegliches Nachfüllen hatte keinen Erfolg. Fies!Schließlich trafen wir aber bei einer Autowerkstatt auf ein Schrotthändler, der unseren großen Van gegen ein ordentliches Auto eintauschte, das für den TÜV überhaupt keine Reparaturen brauchte und wunderbar lief.

Luxus auf dem Weingut

Kurz vor Silvester fuhren wir zu einem traumhaften kleinen Weingut, wo wir die nächsten Wochen im Austausch gegen unsere Hilfe bei der Pflanzenpflege die Unterkunft in einem luxuriösen Ferienhaus mit Garten und drei Mahlzeiten pro Tag erhielten. Außerdem durften wir auch mal mit im Pool planschen und die Schafe füttern, Freunde zum Mithelfen einladen und uns Regenjacken und Gummistiefel für das matschige Festival ausleihen.Das Weingut war unser erster Austausch über die internationale Organisation „Wwoof“ und legte die Messlatte für unsere sage und schreibe acht Plätze in Neuseeland sehr hoch.

Auf zur Südinsel!

Von allen Seiten hörten wir: Der Sommer ist die beste Zeit, um auf die Südinsel zu reisen. Also nahmen wir im Januar mit unserem Van die Fähre von Wellington, genossen die Sonne in Motueka und verdienten uns Geld auf einem Weingut, mit dem wir die Reparaturen für den TÜV bezahlen wollten. Während unserer zwei Monate in Motueka lernten wir eine kleine Hostelbesitzerin, einen Schreiner und Qi-Gong-Lehrer und die weisen und gutherzigen Verwandten der Familie in Wellington kennen und lieben.Über ein Wochenende fuhren wir zurück nach Wellington, um bei einem Statisten-Casting für den kleinen Hobbit dabei zu sein und konnten bei unseren lieben Kiwi-Freunden von Weihnachten übernachten.Nach einem Abstecher zur entspannten und wunderschönen Golden Bay fuhren wir nach Kaikoura an der Ostküste, wo ich unbedingt Wale sehen wollte. Wir halfen drei Wochen lang einer Familie auf der Halbinsel von Kaikoura gegen Kost und Logis. Statt Walen bekamen wir Pinguine und Alpen zu sehen. Das war unerwartet. Aber einmalig. Von Kaikoura fuhren wir ganz weit in den Süden, in die Catlins. Hier sollten wir unsere nächste Wwoof-Stelle antreten, und zwar als Manager eines kleinen Hostels. Im Gegenzug für unsere Hilfe konnten wir jeden Tag Surfbretter und Wetsuits leihen. Manchmal surften wir sogar mit kleinen neugierigen Delfinen, die sich in der Surfbucht von Curio Bay tummelten. Unser Plan war es, danach die Westküste zu erkunden, das absolute Highlight der Südinsel mit ihren Fjorden und ihrem Gletscher. Aber plötzlich bekam Nils die Einladung, in einigen Tagen in Wellington als Ork im kleinen Hobbit mitzuspielen. Also fuhren wir die kürzere Strecke an der Ostküste wieder zurück, nahmen die Fähre nach Wellington. Nils versprach mir, auf jeden Fall später die sagenumwobene Westküste mit mir zu bereisen.

Orks, Pferde und Opossums

Nils hatte aufregende Tage bei den Dreharbeiten zum kleinen Hobbit, verkloppte viele Zwerge und aß mit Gandalf zu Mittag. Für mich war der Traum zerplatzt, aber ich freute mich für Nils. Ich erfüllte mir während der Dreharbeiten einen anderen Traum und versuchte mich als Wanderreitführer.Als wir uns wieder trafen, war der Winter eingebrochen und wir entschieden uns, erst einmal die wärmere Nordinsel zu bereisen, erkundeten die Coromandel Halbinsel und machten eine lange Pause im schönen Waihi Beach. Es zog uns noch weiter in den Norden und wir reisten zu einer Wwoof-Stelle auf einer Avocadoplantage in Northland, wo ich in der ersten Nacht von meinem ersten lebendigen Opossum überrascht wurde.

Zukunftspläne

Im Moment wohnen wir auf der Avocadoplantage und verdienen uns Geld als Übersetzerin und Buchcoverdesigner. Anfang Oktober geht unser Flug von Auckland runter nach Queenstown und dann bereisen wir endlich auch die Westküste der Südinsel und sehen unsere Freunde in Motueka wieder. Alles wird natürlich auf unserem Blog KiwiQuest.de dokumentiert. An das Ende unseres Neuseelandabenteuers im Dezember wollen wir noch nicht denken. Es ist einfach zu schön hier!

 

Weitere Work & Travel Erfahrungsberichte lesen

>> Lea in Kanada

>> Jan & Fabians NZL-Blog

>> Alle Work & Travel-Erfahrungsberichte

Drucken
Gefällt dir diese Auslandszeit?

Auslandszeit-News

Ich bin mit den Datenschutzbestimmungen einverstanden. 

Ja, ich möchte den kostenlosen Newsletter der INITIATIVE auslandszeit erhalten. Die Datenschutzerklärung habe ich zur Kenntnis genommen und verstanden, dass meine Daten dazu elektronisch erhoben und gespeichert werden. Deine Daten werden nicht an Dritte weitergegeben und du kannst dich in jeder Mail mit einem einfachen Klick abmelden.

 
E-Mail-Kurs

Finde deine Auslandszeit

  1. Must-haves

Auslands-KV im Vergleich

Finde hier die
passende Versicherung
mit dem Versicherungs-
Vergleichs-Rechner
für langfristige Auslandszeiten!

Work and Traveller Reise-Rucksack
 
Snapchat

Umfrage

Welche Auslandszeiten interessieren dich am meisten?

Hinweis:
Du kannst bis zu 3 Antworten abgeben.