Ein Work and Travel-Erfahrungsbericht aus der Türkei

Von Lennart Schneider

“Sommer, Sonne, Sonnenschein” – so mag die Türkei in den Köpfen mancher aussehen.

“Familie, Freunde, ferne Heimat” – so denken wohl andere über sie.

Und auch “Abgehen, Alkohol und Abenteuer” scheinen Assoziationen zu sein, die im Zusammenhang mit der Türkei aufkommen.

Um genau zu sein, sind letztere wahrscheinlich eher mit İstanbul verbunden, als mit der gesamten Republik Türkei, wie sie offiziell genannt wird. Auch ich kann nicht aufrichtig behaupten, schon in der Türkei angekommen zu sein: İstanbul unterscheidet sich so stark vom restlichen (Groß-)Teil der Türkei, dass man diese Stadt fast schon als eigenes Land betrachten müsste – immerhin lebt hier knapp jeder fünfte türkische Bürger: Die Aussagen zur Stadtbevölkerung variieren zwischen 13 und 16 Millionen Einwohnern, je nachdem wen man fragt.

Aber auch - und vor allem - kulturell unterscheidet sich diese Metropole wohl von dem Rest der Türkei: Noch konnte ich mich zwar nicht persönlich davon überzeugen, aber viele der Leute, die ich bisher kennenglernt habe, kommen ursprünglich aus anderen türkischen Städten; fast jedes Mal, wenn ich von meinem Plan erzähle, möglichst viel von der Türkei zu sehen und zu bereisen, werde ich darauf hingewiesen, dass die anatolische Gebiete, in die der Tourismus noch kaum vorgedrungen ist, viel konservativer eingestellt sind, dass die Menschen dort sicherlich interessierter dem Fremden gegenüber und auch gastfreundlicher wirken, dass jedoch dies oft eher eine Art Fassade ist, und man aufgrund der doch sehr andersartigen Kultur vorsichtig sein sollte.

Ob meine Wahrnehmung diesbezüglich ähnlich ist, wird sich hoffentlich noch herausstellen. İstanbul jedenfalls ist eine überaus internationale Stadt – zumindest sind das diejenigen Teile İstanbuls, die ich kennengelernt und gesehen habe.

Also befand mich immer noch in Istanbul und war wohl seit zwei Wochen mit dem Übersetzen der Homepage des Anwaltsbüros beschäftigt, eine weitere Woche lag noch vor mir. Eine Woche, in der ich jeden Tag morgens ins Büro gehen würde, mittags nebenan im Restaurant mit der EC-Karte meines Chefs aus den verschiedenen türkischen Speisen eine auswählen würde und nachher – meist träge vom vielen Essen – entweder zurück ins Apartment oder ins Zentrum der Stadt ginge.

Die Woche war schnell vorbei und für drei Nächte blieb ich bei einem Freund, der so ziemliche am äußersten Rand des riesigen Stadtgebiets Istanbuls – und dennoch im 16. Stock wohnt. Für mich war es echt unglaublich, wie riesig diese Stadt ist, und wie ungerne ich selber in vergleichbarer Lage wohnen würde: Es mag sein, dass ich als „Backpacker auf der Durchreise“ eine falschen Eindruck bekomme, aber die Unpersönlichkeit der Stadt an sich ist ziemlich intensiv. Dennoch zieht es die Leute nach Istanbul – hauptsächlich wegen des Arbeitsmarkts.

Mich jedoch zog es ins Landesinnere und so machte ich mich auf den Weg

Durch Zufall hatte ich von einem Projekt erfahren, zum Thema Atomkraft; ich wusste nicht viel mehr, als dass es eine Woche dauern, mit Teilnehmern aus Deutschland, Italien, Rumänien und (natürlich) der Türkei sein würde und dass man uns –bis auf 30 % der Reisekosten – alles bezahlen würde. Und selbstverständlich wusste ich den Ort des Projekts: Ankara.

Auf dem Weg nach Ankara gab es einige interessante Geschichten unter anderem von Mehmet, dem LKW-Fahrer, der mich den Großteil des Wegs mitgenommen hat: Nachdem er mir Su Böreği (Hauptsächlich Käse und Teig – aber lecker!) und einen Kaffe gekauft hatte, ganz wie es die türkische Gastfreundschaft gebietet, erzählte er, dass er vor Kurzem in Köln gewesen ist, um eine Freundin zu besuchen und außerdem während des Besuchs eine Hochzeit in die Wege geleitet hat; die Hochzeit seines Sohnes und der Tochter seiner Freundin: Anhand eines Fotos konnten die beiden sich jeweils entscheiden, und werden sich nun bald das Ja-Wort geben. Auch ich durfte natürlich die Fotos seiner Kinder bestaunen – bin (und bleibe) aber weiterhin unverheiratet.

Nachdem wir darüber gesprochen hatten, wie schlecht es doch (vor allem für die Kinder) sei, wenn sich Elternpaare trennen, kam die Politik an die Reihe und ich wurde gefragt, wie ich denn Merkel fände. Auf meine Rückfrage bezüglich seiner Meinung von Erdoğan hieß es, der sei eigentlich okay, aber auf jeden Fall viel zu Amerika- und Europa-nah.

Nach ca. 7 Stunden Fahrt, von denen ich einen Teil dösend auf der Matratze verbringen durfte, die im hinteren Teil des Führerhauses für den Großteil der Woche sein „5-Sterne-Hotel“ ist, kamen wir schließlich in Ankara an. Er gab mir seine Handynummer noch für den Fall, dass irgendetwas sein sollte, und fuhr mich bis zur Metro-Station.

Mittlerweile weiß ich gar nicht mehr, wen ich überhaupt anriefe, wenn etwas passieren sollte, soviele Türken haben mir ihre Kontakte gegeben „für den Fall, dass Du Hilfe brauchst“.

Die Gastfreundschaft und das Interesse ist echt erstaunlich, vor allem wenn man bedenkt, dass ich aus Deutschland komme – dem Land in dem das Geld quasi auf den Bäumen wächst. Ich werde zwar oft gefragt, was für ein Handy ich habe, oder was ich hier überhaupt will, wo ich doch in Deutschland(!) lebe, aber dennoch sind fast ausnahmslos alle Türken gastfreundlich, hilfsbereit und spendabel.

Während des Projekts mit dem schönen Namen „From Conflict to Reconciliation“ haben wir uns weniger als erwartet mit Kernenergie beschäftigt, sondern außerdem und eigentlich hauptsächlich Freizeit gehabt, beziehungsweise Ankara und Umgebung besichtigt.

Dennoch war es durchaus interessant, zwischen Museen und Sehenswürdigkeiten auch die Kultur der Türkei näher kennenzulernen, genauso wie auch etwas über die italienische und rumänische zu erfahren: Bei der „Cultural night“ wurden mithilfe von verschiedenen Volkstänzen über PowerPoint-Präsentationen und –quizs bis hin zu vielen mitgebrachten leckeren Speisen und Getränken die einzelnen Kulturen vorgestellt und vor allem über Rumänien habe ich einiges erfahren.

Auch aus der anderen Richtung (geografisch gesehen) haben wir etwas zu sehen bekommen – und in diesem Fall vor allem zu hören: Ich beziehe mich hier auf ein Instrument mit dem schönen Namen „Erbane“, das aus dem arabischen Raum kommt. Wir waren mit der gesamten Gruppe in einem sogenannten Neyhane, einem „Haus der Riedflöte“, wo uns traditionelle türkische Musik vorgespielt wurde, vor allem „Sufi-Musik“ (Sufismus ist eine der Richtungen des Islam).

Ich war direkt von dem Instrument fasziniert und habe nach der Vorführung gefragt, ob ich es mal ausprobieren kann. Ich konnte – „natürlich!“ – und habe 5 Minuten Lärm gemacht, dann musste ich gehen und unserer Gruppe folgen. Aber ich hatte abgemacht, nach dem Projekt noch einmal vorbeizukommen, denn mir war direkt angeboten worden, „Privatunterricht“ zu nehmen, um die Grundlagen der Erbane kennenzulernen. Freitag also kehrte ich zurück und habe nach dem gemeinsamen Besuch des Freitagsgebets mich kurzerhand dazu entschlossen, eine Erbane zu kaufen. Obwohl mein Gepäck nun bald die Obergrenze überschritten hat, war es eine gute Entscheidung.

Die anderen Orte, die wir in Ankara besichtigten, waren zwar ebenfalls interessant, aber nicht so beeindruckend, wie der Besuch im Neyhane – zumindest für mich.

Nett war es dennoch, soviel zu sehen, besonders da für mich quasi keine Kosten entstanden sind. Der Reisebus, mit dem wir umhergefahren sind, wenn wir nicht gerade abends per Taxi unterwegs waren, hat uns überall hingebracht: Tagsüber zum Beispiel zum nahegelegenen See und abends dann ins Restaurant – wenn wir nicht im Hotel gegessen haben. Vielleicht merkt man, dass ich überrascht war, wie teuer dieses Projekt wirkte, welches zu 70% von der EU getragen wurde, und dass ich weiterhin ein wenig skeptisch bin, hinsichtlich des Sinnes dieser Ausgaben.

Andererseits suche ich seitdem nach genau dieser Art Projekt, weil es für mich ein ideale Möglichkeit ist, andere Orte kennenzulernen.

Ein Teil des grossen Geländes – um nicht zu sagen dessen Großteil – war relativ leer und karg, und um von einem Ort zum anderen zu gelangen sind wir einige Meter zu Fuß gegangen, währenddessen wurde zur Abwechslung mal wirklich kontrovers über Atomkraft diskutiert, unter anderem weil ein Mann zu unserer Gruppe gestoßen war, der wirkte, als hätte er einige Übung darin, die Atomlobby zu vertreten. Außerdem vertraten die rumänischen Teilnehmer nicht so sehr wie die meisten anderen die Position, Atomkraft sei unbedingt zu vermeiden und an sich schon schlecht.

Die Tatsache, dass überdies die rumänische Gruppe am meisten Hintergrundwissen zu besitzen schien – allesamt hatten sie einen Master in Geowissenschaften absolviert – hat mir zumindest einiges zum Nachdenken gegeben.

Dass zum Beispiel die Gewinnung von alternativen Energien auch einige Nachteile mit sich bringen kann, ist in der Türkei besonders gut zu sehen: Bei Staudammgroßprojekten sind zahlreiche archäologisch wertvolle und kulturell interessante Orte unter den Wassermassen begraben worden, die nun zur Erzeugung von „sauberem“ Strom genutzt werden – und dennoch bleibt die Türkei abhängig von den Öllieferungen seiner Nachbarländer, einer der Gründe, weshalb Präsident Erdoğan (Übrigens „Erdo-an“ gesprochen) den geplanten Bau von zwei Atomkraftwerken bekannt gegeben hat. Dass die Türkei in einer extrem aktiven Region was Erdbeben betrifft, liegt, wird natürlich berücksichtigt, unter anderem in dem die Nutzung eines Reaktortyps vorgesehen ist, der deutlich sicherer als zum Beispiel die in Deutschland oder Japan genutzten Reaktortypen ist – inwieweit solche Aussagen bezüglich der Sicherheit stimmen oder nicht, kann ich natürlich schwer beurteilen und überlasse das somit „den Anderen“ – was diese wahrscheinlich ähnlich handhaben...

Wer übrigens Fotos von dem Projekt sehen möchte, kann dieses ambitionierte Vorhaben natürlich in die Tat umsetzen: In den Weiten des Internets hilft dabei ganz besonders eine bestimmte Web- Adresse, nämlich diese Facebook-Seite.

Aber Achtung, es sind eine Menge Fotos, und da sie von den anderen Projektteilnehmern gemacht wurden, hafte ich für nichts...

Jeder der Teilnehmer hatte ein während der gesamten Exkursion ein kleines Plastikgerät zum „anclippen“ bei sich. Vor dem Betreten des Geländes wurden alle unsere Pässe gescannt und mit jeweils einem der Geräte verknüpft – ich war die schöne Nummer „UD-802AS2“. In der Plastikbox befindet sich eine Art Messgerät zur Erfassung der Intensivität von radioaktiver Strahlung. Im Gegensatz zum Geigerzähler ist diese Methode jedoch passiv, das heißt, man kann nicht direkt ablesen, wie sehr man gerade verstrahlt wird oder schon verstrahlt worden ist. Es befinden sich vier Kristalle darin, die wohl verschieden auf radioaktive Strahlung reagieren, ich glaube der springende Punkt ist, dass die Lichtdurchlässigkeit sich verändert. Denn nach unserer Tour wurden die Anhängsel in eine Maschine gesteckt, welche die Kristalle angestrahlt hat und mittels eines Sensors daraus schließen konnte, wie hoch die Strahlung, die in der letzten Zeit auf die Kristalle gewirkt hat, gewesen ist. Da der Vorgang in etwa eine Minute in Anspruch nimmt, haben wir nicht gewartet, bis all unsere Geräte gecheckt wurden. Sollte sich im Nachhinein herausstellen, dass die Obergrenze der Radioaktivität, welcher man sich aussetzen „darf“, überschritten worden ist, so wird die Person, dessen Messgerät das entsprechende war, benachrichtigt, so wurde uns versichert. Da ich bis jetzt keine solche Nachricht erhalten habe, darf man wohl von meiner Strahlenfreiheit ausgehen.

Nach Einer Woche „From Conflict to Reconciliation“ und weiteren drei Tagen, die ich bei Özgür verbracht habe – Özgur war im Februar als Couchsurfer bei uns in Bielefeld und ist Professor in einer der vielen Universitäten Ankaras – habe ich mich auf den Weg in den Süden gemacht, um dort (Bzw. jetzt hier) in einem „Hotel und Ökofarm in Einem“ zu jobben.

Die Distanzen der Türkei ein wenig unterschätzend und wohl auch meine eigene Attraktivität auf Autofahrer, sowie mein Glück überschätzend habe ich mich per „Otostop“ auf den Weg nach Ankara gemacht...

Man kann es vielleicht erahnen, ich bin nicht trampend dort angekommen: Gleich nach etwa einer Stunde Fahrt durch trockenes Hochland hatte sich mein Glück erschöpft und ich stand relativ lange an einer Stelle, ohne dass auch nur ein Auto anhielt, welches weiter als ein paar Kilometer fahren würde.

Da sich nur einige Meter weiter eine Art Omnibushaltestelle für die hier verbreiteten Überlandbusse befand, fiel ich den „Einheimischen“ vom Teehaus (= Wartezimmer für Reisende) auf und ich wurde gefragt, wieso ich per Anhalter unterwegs sei, das wäre doch viel zu gefährlich und ich sollte lieber mit dem Bus fahren. Auf meine Antwort, „Kein Geld“, die wohl zu wörtlich genommen wurde, bekam ich 20 Lira(= 8€) in die Hand gedrückt, die ich nicht mehr losgeworden bin. Mit dem Versprechen, sie würden mir ein Ticket nach Fethiye kaufen, wurde ich ins Teehaus gebracht, bekam Tee und Süßes angeboten – auch hier schlug mein Versuch, dafür etwas zu bezahlen, fehl – und sollte bis abends warten, dann würde der Bus kommen.

Leider war es kurz vor dem Opferfest und so kam es, dass der Bus voll und der letzte frei Platz neben einer Frau war – also auch nur für Frauen.

Glücklicherweise hatte eine andere Busfirma noch einen Platz frei, und auch wenn ich das Ticket dann doch selber bezahlt habe und bis zum nächsten Morgen warten musste, so war ich letztendlich doch froh, endlich im Bus zu sitzen und sicher zu sein, zehn Stunden später in Fethiye anzukommen.

Mittlerweile bin ich hier nun als schon seit einem Monat und fühle mich wohl

Zu Beginn war das Hotel noch ausgebucht und die 40 Betten zum Großteil belegt, nach und nach sind dann die Gäste verschwunden, bis etwa 10 Tage nach meiner Ankunft, seitdem ist die Saison zu Ende.

Nun also bestehen meine Aufgaben nicht mehr hauptsächlich aus Kellnern und Tellerwaschen, sondern, vor allem in letzten Tagen aus Gartenpflege und Olivenernte.

Die Besitzer des Hotels, Şaban und Hatice haben vor 25 Jahren damit angefangen, diese Form von “Öko-hotel” zu betreiben und sind im Sommer hauptsächlich mit Kochen beschäftigt, sodass die meisten Gäste sie nur als Koch mitbekommen und nicht wissen, dass sie Besitzer und Leiter der Yonca Lodge sind. Auch ich habe das erst nach einer Woche herausgefunden, bis dahin dachte ich, Daniela wäre die Managerin und Inhaberin. Denn mit Daniela hatte ich im Vorhinein telefoniert und alles abgesprochen. Nun aber bin ich schlauer als vorher und versuche trotzdem weiterhin überwiegend vergeblich, Kochen zu lernen, denn das können Şaban und Hatice wirklich gut.

Seit nun schon etwa drei Wochen sind außerdem zwei Europäische Freiwillige hier, die ein knappes Jahr ihren Freiwilligendienst hier verrichten werden: Nicola aus Italien und Zaida aus Spanien. Bis auf dass es extrem verwirrend sein kann, zwischen türkisch, englisch, und spanisch hin- und herzuwechseln, ist es auf jeden Fall nett, das die beiden nun auch hier sind. Nicola spielt ebenfalls Gitarre und die beiden sind nunmehr auch fleißig am Türkisch Lernen.

Wenn wir – zum Beispiel während des “Entkernens” von Granatäpfeln zum Zwecke der Saftproduktion – tief philosophische oder kulinarische Gespräche führen, ist es immer wieder interessant zu hören, wie die beiden die Türkei wahrnehmen, oder was sie von anderen europäischen Themen – oder den sich ein um’s andere Mal selbst übertreffenden Nachspeisen von Hatice und Şaban – halten.

Seit dem Opferfest habe ich generell nicht mehr allzu viel von der Religion im Allgemeinen mitbekommen, bei Hatice und Şaban spielt sie keine allzu große Rolle, soweit ich das mitbekomme.

Das einzige in der Richtung ist ein verblichenes Papier, welches in der Küche an der Wand hängt, und auf dem in arabisch etwas geschrieben steht, was aller Wahrscheinlichkeit nach Suren aus dem Koran sind – oder etwas in der Richtung. Ich muss gestehen, den Koran weiterhin nicht gelesen zu haben, obwohl mir in Ankara von einer durchaus netten Frau, die mir einiges gezeigt und erklärt hatte, was es in Ankara so zu sehen gibt – vor allem in Richtung Moschee – angeboten wurde, mir einen Koran in englisch zu kaufen. Nachdem ich mehrmals beim Stöbern in den entsprechenden Regalen des Buchmarktes darauf hingewiesen hatte, dass mir die über 1000 Seiten Arabisch-Türkisch- Englischen Textes nicht allzu gut in mein Reisegepäck passen, bin ich mit einem kleinen, schlanken Exemplar “Hope and Solace for the Elderly” von Said Nursi davon- gekommen. Es mag aufrichtig gewesen sein, oder auch nicht, aber bis jetzt kam es mir durchaus so vor, als seien die gläubigeren Menschen hier auch oft die gastfreundlich- eren und offeneren Personen. Und auch Jugendliche, von denen ich das nicht erwartet hätte, haben mir nachher erzählt, dass sie keinen Alkohol trinken...

Zurück zu den dem Alkohol nicht so abgeneigten Personen – den (Europäischen) Freiwilligen – Zurück zu uns

Da das Wetter auch noch Ende November tagsüber das Tragen T-Shirts ohne Pullover erlaubt, sind wir an unseren freien Tagen in der Umgebung unterwegs gewesen und haben so einige schöne Stellen gesehen.

Die Geisterstadt „Kayaköy“ diente uns als Ausgangspunkt für eine Wanderung auf einem Teil des lykischen Wegs. „Ein Teil“ auch deshalb, weil wir unsere eigentlich Route leider verloren haben:

Die schlaue Idee, nicht zurückzugehen, sondern weiter geradeaus, bis wir wieder auf den Weg treffen, ist leider nicht aufgegangen – zum Glück haben wir nach einige Kletter- und Kraxelei dann doch noch kurz vor Sonnenuntergang unser eigentliches Ziel erreicht - und sind direkt in den Bus eingestiegen und mit Muskelkater in den Beinen am nächsten Tag aufgewacht...

Man sieht also, es geht mir – und uns – gut, und obwohl sich in den letzten Wochen nicht allzu viel ereignet hat, macht es durchaus Spaß, Oliven zu ernten und zuzubereiten, Granatäpfel „auszunehmen“ - natürlich nicht, ohne dabei ab und zu zu naschen – oder auch neue Erde und Dünger hin- und her zu schaufeln. Außerdem gibt es genug Freizeit, um Klavier, Gitarre, Erbane oder Backgammon zu spielen und um an den Wochenenden interessante Ausflüge zu unternehmen. Nebenbei lernt man auch interessante Leute kennen, wie zum Beispiel Brook und John aus den USA, die seit eineinhalb Jahren auf Welttournee sind, nachdem sie alle ihr Hab und Gut verkauft haben, und sich „so lange treiben lassen, bis sie einen Ort gefunden haben, an dem sie bleiben wollen.“

Oder aber auch unsere Türkisch-Lehrerin Pat, die aus Großbritannien kommt und seit knapp 40 Jahren in der Türkei lebt. Sie organisiert in Fethiye Hochzeiten, vor allem für Ausländer. Dabei hat sie einige interessante Geschichten zu erzählen von einem Paar zum Beispiel, bei dem die beiden in ihrer Jugend zusammen gewesen waren, sich getrennt und aus den Augen verloren hatten, dann mit dem Aufkommen unserer Freundes „Facebook“ von neuem Kontakt aufgenommen haben und trotz jeweiliger, anderweitiger Ehen, sich dann dazu entschlossen haben, zu heiraten.

Obwohl er Nordafrikaner und sie Europäerin ist, hat das Ganze in der Türkei stattgefunden, da hier die Visa-Bestimmungen relativ günstig für die Angehörigen fast aller Staaten dieser Erde sind.

Überdies weiß Pat hilfreicherweise so einiges über unter Anderem die Türkische Bürokratie und deren Institutionen, so hat sie auch erzählt, dass durch einen Fehler im System des Melderegisters der Türkei, sie hier als Britische Staatsbürgerin mit Doppelstaatsbürgerschaft eingetragen ist, gleichzeitig im Vereinigten

Königreich aber als Britin mit Wohnsitz in der Türkei aufgeführt wird – mit der Konsequenz, dass sie in keinem der beiden Länder Steuern zahlt...

Meinen ausführlichen Erfahrungsbericht meiner Zeit in der Türkei mit vielen weiteren Fotos kannst du hier als PDF herunterladen - viel Spaß beim Lesen!

 

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