Wer seid ihr und was hat euch dazu bewogen, auswandern-marokko.de zu gründen?
Ich bin Jan, und gemeinsam mit Karim und Pedrin haben wir Auswandern Marokko beziehungsweise Move to Morocco gegründet. Hintergrund war, dass wir gemerkt haben, wie viel Unsicherheit oft zwischen dem Gedanken, Marokko könnte vielleicht zu uns passen‘ und der tatsächlichen Umsetzung liegt.
Uns verbindet, dass wir den Schritt nach Marokko nicht nur von außen beobachten, sondern selbst erlebt haben. Genau das war am Ende auch der eigentliche Auslöser für unsere Idee.
Wir haben aus eigener Erfahrung gesehen, wie viele Fragen, Unsicherheiten und praktische Hürden entstehen, sobald aus dem Wunsch nach einem Leben in Marokko ein echter Plan wird. Gerade für deutschsprachige Neuankömmlinge aus dem DACH-Raum fehlte aus unserer Sicht eine persönliche Begleitung, die nicht nur allgemeine Informationen liefert, sondern beim wirklichen Ankommen hilft – also bei Themen wie Aufenthalt, Wohnen, Orientierung und den ersten Schritten vor Ort.
Karim ist in Deutschland aufgewachsen und später nach Marokko zurückgegangen, Pedrin ist ebenfalls selbst ausgewandert, und ich begleite das Projekt gemeinsam mit beiden aus dem Alltag heraus. Diese unterschiedlichen Perspektiven helfen uns in der täglichen Arbeit sehr, weil wir viele Fragen nicht nur theoretisch kennen, sondern aus der Praxis.
Unser Fokus liegt vor allem auf deutschsprachigen Interessierten aus dem DACH-Raum, egal ob allein, als Paar oder mit Familie. Gleichzeitig betreuen wir über Move to Morocco auch internationale Anfragen auf Englisch.
Uns war von Anfang an wichtig, nicht einfach nur über Marokko zu informieren, sondern den Weg dorthin verständlich, realistisch und persönlich zu begleiten.

Marokko ist für viele Deutsche noch kein klassisches Auswanderland – was macht das Land eurer Meinung nach so besonders attraktiv?
Ich glaube, gerade das macht Marokko für viele interessant. Es ist noch nicht so ein typisches Standardziel wie manche anderen Länder, liegt aber gleichzeitig nah an Europa und bietet in relativ kurzer Distanz ein ganz anderes Lebensgefühl.
Dazu kommt, dass Marokko viele verschiedene Seiten hat. Es gibt Küstenstädte, modernere urbane Gegenden, ruhigere Orte, Natur, Bewegung, Kultur und eine spürbare Eigenständigkeit. Viele suchen heute nicht nur Sonne, sondern auch mehr Ruhe, mehr Flexibilität und einen Alltag, der sich anders anfühlt als in Deutschland.
Marokko ist aus unserer Sicht besonders für diejenigen interessant, die offen für ein neues Umfeld sind, ohne komplett den Bezug zu Europa verlieren zu wollen.
Wer sind eure typischen Kunden – welche Menschen zieht es nach Marokko, und was sind ihre häufigsten Beweggründe?
Das ist ganz unterschiedlich. Wir begleiten Rentner, Selbstständige, Familien mit Kindern, Paare und auch Einzelpersonen, die sich beruflich oder privat neu orientieren möchten.
Viele kommen nicht einfach aus einer spontanen Laune heraus, sondern weil sie schon länger das Gefühl haben, dass sie etwas in ihrem Leben verändern möchten. Manche wünschen sich mehr Ruhe, andere mehr Sonne, andere möchten ihre Arbeit freier gestalten oder einen neuen Abschnitt beginnen. Es gibt auch einige, die in Marokko selbstständig werden möchten oder mit einem bestehenden Einkommen ortsunabhängiger leben wollen.
Wir merken außerdem, dass sich aktuell mehr Interessierte melden, die sich wegen der allgemeinen politischen und wirtschaftlichen Unsicherheit Gedanken machen und frühzeitig prüfen möchten, ob ein anderer Lebensmittelpunkt für sie infrage kommen könnte. Meist geht es dabei nicht um kurzfristige Panik, sondern eher um den Wunsch nach mehr Freiheit, mehr Übersicht und einer anderen Lebensperspektive.
Welche Aufenthaltsarten gibt es, und welche ist für Neuankömmlinge in der Regel der einfachste Einstieg?
Das hängt immer stark von der persönlichen Situation ab. In der Praxis geht es meistens um Aufenthaltslösungen über Arbeit, Selbstständigkeit oder Firmengründung, Studium, familiäre Bindung oder einen Aufenthalt auf Basis ausreichender finanzieller Mittel.
Den einen Weg, der für alle der einfachste ist, gibt es nicht. Was wir aber oft sehen: Wer finanziell bereits relativ klar aufgestellt ist, also zum Beispiel mit Rente, laufendem Einkommen aus dem Ausland, Ersparnissen oder einem sauberen selbstständigen Modell, tut sich in der Regel leichter als jemand, der sehr spontan startet und vieles erst vor Ort klären möchte.
Wichtig ist aus unserer Sicht vor allem, den passenden Aufenthaltsweg ehrlich zur eigenen Situation abzugleichen. Genau an diesem Punkt entstehen sonst oft unnötige Umwege oder falsche Erwartungen.
Frage 5
Wie sind die Lebenshaltungskosten in Marokko im Vergleich zu Deutschland – und in welchen Bereichen sollte man nicht mit Ersparnissen rechnen?
Marokko kann in vielen Bereichen günstiger sein als Deutschland, aber pauschal lässt sich das nicht sagen. Viel hängt davon ab, in welcher Stadt man lebt, welchen Standard man möchte und wie man seinen Alltag gestaltet
Wer flexibel ist und sich auf das Land einlässt, kann im Alltag in manchen Bereichen durchaus günstiger leben. Das betrifft zum Beispiel oft Lebensmittel, bestimmte Dienstleistungen oder das tägliche Leben vor Ort. Gleichzeitig gibt es aber auch Bereiche, in denen viele die Kosten unterschätzen. Dazu gehören gute Wohnlagen, moderne Wohnungen, internationale Schulen, private Absicherung, importierte Produkte oder regelmäßige Reisen nach Europa.
Der wichtigste Punkt ist deshalb: Marokko sollte man nicht als reines Sparmodell sehen. Es kann finanziell entlastender sein, aber am Ende hängt sehr viel vom eigenen Lebensstil und den eigenen Ansprüchen ab.
Was sind die größten bürokratischen Hürden beim Auswandern nach Marokko, und wie könnt ihr dabei konkret helfen?
Die größte Herausforderung ist oft nicht ein einzelnes Formular, sondern eher das Zusammenspiel aus Unterlagen, Reihenfolge, Fristen und der praktischen Umsetzung. Viele unterschätzen, wie wichtig es ist, die richtigen Dokumente frühzeitig sauber vorzubereiten und die Schritte in einer sinnvollen Reihenfolge anzugehen.
Dazu kommt, dass manche Abläufe in der Praxis nicht immer für jeden gleich aussehen. Je nach Stadt, Situation und Anliegen kann es Unterschiede geben, und genau das verunsichert viele, gerade wenn sie zum ersten Mal mit marokkanischen Behörden und Prozessen zu tun haben.
Wir helfen vor allem dabei, Struktur in diesen Prozess zu bringen. Also ganz praktisch: Welche Unterlagen sind wirklich wichtig? Welche Schritte sollten zuerst erfolgen? Was sollte man besser nicht überstürzen? Und welche Punkte sollte man schon vor der Ausreise klären? Wir begleiten dabei auch direkt vor Ort, damit aus vielen offenen Fragen ein nachvollziehbarer und gut geplanter Ablauf wird.
Wir versprechen dabei nichts Unrealistisches, aber wir können oft helfen, typische Fehler und unnötige Umwege zu vermeiden.
Wie sieht das alltägliche Leben in Marokko aus – Sprache, Integration, soziales Umfeld?
Der Alltag in Marokko ist lebendig, offen und oft persönlicher, als viele es aus Deutschland kennen. Gleichzeitig läuft manches anders, und genau darauf sollte man sich einlassen können.
Mit Französisch kommt man in vielen Bereichen gut weiter, je nach Region und Umfeld natürlich unterschiedlich. Auch ein paar Grundkenntnisse in Darija (Marokkanischer Dialekt) helfen im Alltag und werden positiv aufgenommen. Englisch reicht in manchen Situationen, aber eben nicht überall. Wer länger in Marokko leben möchte, tut sich leichter, wenn er offen für Sprache ist und bereit ist, sich ein Stück weit auf das Land einzulassen.
Integration passiert nicht automatisch, aber sie ist sehr gut möglich. Wer freundlich, offen und respektvoll auf andere zugeht, erlebt in Marokko viel Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft. Gleichzeitig hilft es, nicht alles ständig mit Deutschland zu vergleichen.
Für wen eignet sich Marokko eher nicht – und was sollten Menschen wissen, bevor sie die Entscheidung treffen?
Schwieriger wird es meist für alle, die im Alltag sehr stark auf feste Abläufe, vollständige Planbarkeit und ein Umfeld angewiesen sind, das genauso funktioniert wie in Deutschland. Auch wer sich kulturell gar nicht anpassen möchte oder innerlich nur nach dem sucht, was er bereits kennt, wird sich eher schwertun.
Auswandern bedeutet nicht nur, an einem anderen Ort zu leben, sondern sich auch auf neue Abläufe, andere Denkweisen und ein anderes Tempo einzulassen. Man sollte deshalb vorher wissen, dass Marokko kein Dauerurlaub ist, sondern ein echtes neues Lebensumfeld. Genau deshalb ist es wichtig, die Entscheidung nicht nur aus einer Stimmung heraus zu treffen, sondern sich ehrlich zu fragen, ob dieses Land wirklich zur eigenen Lebensweise passt.
Was sind die häufigsten Fehler, die Auswanderer in der Vorbereitung machen – und wie lassen sie sich vermeiden?
Ein häufiger Fehler ist, Marokko zu stark mit Urlaub zu verwechseln. Ein paar schöne Tage im Land sind noch keine echte Grundlage für eine Auswanderungsentscheidung.
Außerdem sehen wir oft, dass viele zu schnell eine Region festlegen, zu früh eine Wohnung zusagen oder sich zu sehr auf einzelne Aussagen aus Foren und Gruppen verlassen. Auch finanzielle Fragen, bürokratische Themen und der spätere Alltag werden in der Vorbereitung oft unterschätzt.
Vermeiden lässt sich das am besten durch einen ehrlichen und gut vorbereiteten Blick auf das eigene Vorhaben. Also nicht nur fragen: Gefällt mir das Land? Sondern auch: Wie will ich dort konkret leben? Wovon lebe ich? Welche Region passt zu mir? Welche Schritte muss ich wirklich vorher klären? Wer sich diese Fragen früh stellt, startet meist deutlich ruhiger und besser vorbereitet.
Was ratet ihr jemandem, der ernsthaft über Marokko nachdenkt, als allerersten konkreten Schritt?
Der erste sinnvolle Schritt ist aus unserer Sicht, sich zunächst ehrlich Klarheit über die eigene Situation zu verschaffen. Also: Warum möchte ich eigentlich nach Marokko? Welche Region kommt infrage? Wie sieht mein Einkommen aus? Möchte ich dort mieten, später kaufen, remote arbeiten, mit Familie kommen oder erst einmal allein testen?
Danach ist es oft hilfreich, das Land nicht nur als Reisender zu erleben, sondern möglichst realitätsnah. Also nicht nur schöne Eindrücke sammeln, sondern sich bewusst auch mit Wohnen, Alltag, Abläufen und den eigenen Erwartungen beschäftigen.
Je früher man diese Fragen ehrlich prüft, desto besser lässt sich einschätzen, ob Marokko wirklich zur eigenen Lebensplanung passt.
Wie schwierig ist die Wohnungssuche in Marokko – und worauf sollte man bei Miete oder Kauf besonders achten?
Die Wohnungssuche kann je nach Stadt, Budget und Anspruch ganz unterschiedlich sein. In manchen Fällen geht es recht unkompliziert, in anderen braucht es deutlich mehr Orientierung, als viele anfangs denken.
Wichtig ist, sich nicht nur von Fotos oder einem ersten Eindruck leiten zu lassen. Lage, Umfeld, Alltagstauglichkeit, Erreichbarkeit, Zustand der Immobilie und das direkte Wohnumfeld spielen oft eine größere Rolle, als es auf den ersten Blick scheint.
Gerade bei größeren Entscheidungen sollte man sich Zeit nehmen und nicht vorschnell zusagen. Das gilt bei Mietobjekten schon, beim Kauf natürlich erst recht. Wer hier sorgfältig prüft, trifft am Ende meist die deutlich bessere Entscheidung.
Kann man in Marokko auch beruflich neu anfangen – oder ist das eher ein Land für Auswanderer mit Rente, Remote-Einkommen oder Ersparnissen?
Grundsätzlich ist beides möglich, aber man sollte realistisch an das Thema herangehen. Viele, die nach Marokko kommen, haben bereits eine gewisse finanzielle Basis, also zum Beispiel Rente, Einkommen aus dem Ausland, Remote-Arbeit oder ein eigenes Geschäftsmodell. Das macht den Start oft einfacher.
Ein beruflicher Neustart direkt vor Ort ist nicht ausgeschlossen, sollte aber gut vorbereitet sein. Wer lokal arbeiten oder sich etwas aufbauen möchte, sollte sich frühzeitig mit Sprache, Markt, Struktur und Aufenthaltsfragen beschäftigen. Einfach anzukommen und dann zu schauen, was sich ergibt, ist meist nicht die beste Strategie.
Für viele ist Marokko besonders dann interessant, wenn bereits eine gewisse Flexibilität beim Einkommen oder bei der beruflichen Gestaltung vorhanden ist.
Wenn jemand mehr über das Auswandern nach Marokko erfahren oder sich einfach erst einmal austauschen möchte – wie kann er euch erreichen?
Wer sich mit dem Gedanken beschäftigt, nach Marokko zu gehen, kann sich gern bei uns melden. Oft hilft schon ein erstes Gespräch, um die eigene Situation etwas klarer einzuordnen und ein Gefühl dafür zu bekommen, welche Schritte sinnvoll sind und worauf man achten sollte. Uns ist dabei wichtig, die Dinge realistisch, verständlich und ohne Druck zu besprechen.
Das ist Jan Spyrou:
Jan Spyrou ist Mitgründer von Auswandern Marokko und leitet den Standort in Tanger. Gemeinsam mit seinen Partnern Karim Azoum und Pedrin Bashogh begleitet er deutschsprachige Auswanderer aus dem DACH-Raum auf dem Weg nach Marokko – von der ersten Orientierung über Aufenthaltsfragen und Firmengründung bis hin zum Ankommen im Alltag vor Ort. Das Team vereint unterschiedliche Perspektiven: Karim ist in Deutschland aufgewachsen und nach Marokko zurückgekehrt, Pedrin ist selbst ausgewandert, und Jan hat in Marokko erfolgreich gegründet. Was alle drei verbindet: Sie kennen die Herausforderungen nicht nur aus der Theorie, sondern aus eigener Erfahrung. Erreichbar ist das Team sieben Tage die Woche – auf Deutsch, Französisch und Arabisch.

Deine Kontaktmöglichkeiten zu Jan & auswandern-marokko.de:
Vielen Dank, Jan, dass du und dein Team so offen über eure Arbeit, eure Erfahrungen und die Realität des Auswanderns nach Marokko gesprochen habt. Eure praxisnahen Einblicke helfen allen, die mit dem Gedanken spielen, den Schritt nach Nordafrika zu wagen.
Das Team von Auslandszeit.de


